Nabelschnurblut ist einfach zu wertvoll um es zur reinen Privatsache zu machen
Frau Dr. Engel-Hömke, was halten Sie als Medizinerin von einer Nabelschnurblutbank?
Ich verfolge seit mehreren Jahren die Entwicklungen in der Stammzellmedizin. Die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut sind etwas ganz Besonderes. Durch die faszinierenden therapeutischen Möglichkeiten, die sich hier bieten, liegt es Nahe, sich für diese Klasse der Stammzellen zu engagieren. Es ist eine der Königsklassen unter den Blutprodukten. Mit faszinierenden therapeutischen Möglichkeiten. Aber nur dann, wenn die medizinisch- wissenschaftliche Sichtweise im Vordergrund steht und auch die ethische und die soziale Seite berücksichtigt werden.
Es wird viel über Nabelschnurblut und Stammzellen geredet. Ist die Aufbewahrung tatsächlich sinnvoll?In den Vereinigten Staaten sind es schon fast 100.000 Einlagerungen im Jahr. Durch Stammzellen werden künftig Therapien möglich, die für unsere Eltern und Großeltern nicht vorstellbar waren. Erste Erfolge gibt es bei der Behandlung von Kindern mit Sauerstoffmangel nach der Geburt. Die Zelltherapie wird nur ein Anwendungsgebiet sein. Weitere Felder sind die Gentherapie und regenerative Medizin. Deshalb sollten jetzt die Weichen gestellt werden, damit künftig möglichst viele Menschen davon profitieren.
Was ist so einmalig an den Stammzellen aus Nabelschnurblut?Es ist eine ethisch unbedenkliche Form zur Gewinnung von Stammzellen höchster Qualität. Diese Stammzellen sind nur einmal im Leben vorhanden, zum Zeitpunkt der Geburt. Für Mutter und Neugeborenes ist die Entnahme unbedenklich und risikofrei. Und Stammzellen dieser Qualität sind so jungfräulich wie keine anderen. Sie sind in der Lage, sich zu bestimmten Körperzellen zu entwickeln. Deshalb sind sie so wertvoll.
Es gibt private Nabelschnurblutbanken. Warum plädieren Sie für einen öffentlich-privaten Zusammenhang?Medizin entwickelt sich heute in Richtung einer Zweiklassengesellschaft. Das sollte nicht sein, aber wir müssen trotzdem realistisch bleiben. Was wir brauchen, ist eine Kooperation zwischen privater Initiative und öffentlichem Interesse. Nur so werden wir in der Medizin mithalten können. Und wir brauchen die öffentliche Kontrolle und Sicherheit. Nur auf den Staat zu setzen, reicht nicht aus, um Medizin auf hohem Niveau für viele Menschen zu bieten. Deshalb ist die öffentlich-private Kooperation der beste Weg.
Aber ist Stammzelleinlagerung nicht sehr aufwändig und teuer – und doch nur für Privilegierte?Genau darum geht es, Stammzelleneinlagerung und -forschung sind kostspielig. Der medizinisch- wissenschaftliche Fortschritt darf nicht nur wenigen Menschen vorbehalten bleiben. Deshalb haben wir öffentliches Interesse und private Initiative in einen neuen Zusammenhang gebracht: medizinische Kompetenz und soziale Verantwortung einerseits, vernünftige kaufmännische Betrachtungsweise andererseits. Es geht um eine Verbindung, die Medizin und Wissenschaft fördert und die breite Anwendung von Stammzellen aus Nabelschnurblut zum Ziel hat.
Und was heißt das für Qualität und Sicherheit, von der die meisten Anbieter sprechen?Auch hier ist der öffentliche Zusammenhang entscheidend. Es geht um den ganzen Qualitätsprozess von der Entnahme, der Aufbereitung, der Qualitätssicherung bis zu Einlagerung. Am besten ist es, wenn Nabelschnurblut sofort nach der Gewinnung aufbereitet wird und die aufgereinigten Stammzellen eingelagert werden. Das höchste Potenzial ist so über Jahrzehnte gewährleistet. Durch das spezielle Einlagerungsverfahren bei stellacure in zwei Kammern kann das Stammzell-Präparat sogar mehrfach genutzt werden.
Und mit welchen Kosten ist das verbunden?Die qualitativ hochwertige Aufbereitung und Einlagerung kostet Geld. stellacure hat z. B. unterschiedliche Finanzierungskonzepte für die Eltern entwickelt. Zudem: Wenn Sie in die Qualität der öffentlich-privaten Nabelschnurblutbank investieren, fördert das die öffentliche Nabelschnurblutbank. In Zukunft wollen wir hier noch weiter gehen. So arbeiten wir an der Kombination von allogener (für alle zugänglich) und autologer (individueller) Einlagerung in einer Nutzungseinheit.
Und warum arbeitet stellacure mit dem Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes in Baden-Württemberg - Hessen zusammen?Weil durch den Blutspendedienst des DRK besonders hohe Qualität gewährleistet ist. Hier geht es in erster Linie um den Wert der Stammzelle. Nur so können wir mit Recht sagen, das Beste ist gut genug für Sie und Ihr Kind. Hier besteht seit einem Jahrzehnt Erfahrung mit Stammzellen aus Nabelschnurblut, deren professionelle
Bearbeitung in einem renommierten, zertifizierten und akkreditierten Institut durchgeführt wird. Die Qualitäts- sicherung erstreckt sich auf das komplette Umfeld und reicht vom Kurierdienst über die Laboranalytik bis zur Herstellung. So bieten wir eine Qualität, die nicht den Mindestanforderungen entspricht, sondern auf dem Niveau des sehr hohen internationalen Standards liegt.
Auf was also sollte man als Eltern achten, wenn man Nabelschnurblut-Stammzellen einlagern möchte?Die Unterschiede sind größer, als man auf den ersten Blick wahrnimmt. Sie sollten unbedingt darauf achten, dass die Aufbewahrung hochwertig und auf Dauer gesichert ist.
Frau Dr. Engel-Hömke, wir danken Ihnen für das Gespräch. P.H.
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